Wahrhaft lebendig

1. September 2026

Ein herzliches „Hallo“ und damit zurück aus der Schreibpause.

Zugegeben, ich habe es vermisst zu schreiben. Natürlich brachte die Auszeit auch eine gewisse Entlastung, darum freue ich mich umso mehr, das Handwerk wieder aufzunehmen. Ein neuer Beitrag nach langer Pause ist auch ein Ausdruck von: Wahrhaft lebendig! 😉

Im Alten Testament befinden sich viele Berichte darüber, welcher König wie regierte, ob er den Herrn fürchtete, wie lange er lebte und welche Nachfahren er hatte … und schon ist der nächste an der Reihe. Das Blatt wendet sich. Manch einem König sind nur wenige Verse vorbehalten, während andere Beschreibungen gleich viele Kapitel füllen. 📖

Der eine reinigt das Haus Gottes, der nächste raubt es aus. Der eine setzt den Götzenkult ab, der andere lässt ihn aufleben … „das arme Volk“, denke ich beim Lesen immer wieder. Diese unsteten Anführer haben oft Verwüstung und Schaden angerichtet. Nur wenige folgten Gott von ganzem Herzen nach. Gewiss gab es den treuen Überrest, der seinen Kindern die Gesetze ans Herz legte, sie darin unterrichtete, als sie draußen auf dem Feld waren und daheim, Menschen, die Gott von Herzen liebten und es ihren Kindern vorlebten … 

Unser Leben – Gottes Ehre
Als ich über den Tempel und die wechselhafte Wertbeimessung (je nach König) nachdenke, wird mir neu bewusst: Der Tempel ist „nur“ die Hülle, ein Raum der Gottesbegegnung. Der Tempel an sich ist nicht Gott! Er ist ein Platz für Gott. Nicht Gott selbst.

Vielleicht ist das für Dich logisch. Mich hat es überrascht, DENN nun verstehe ich etwas wesentliches besser: auch unser Körper ist „NUR“ ein Tempel. In einem Gotteshaus geht es um Gott, weniger um die Fassade. Immer dann, wenn das Volk Gottes vom Kurs abkam, fingen sie damit an, Gegenstände zu verehren statt Gott.

Und bei uns? Der Tempel sollte gepflegt werden, war herrlich anzusehen und ein prunkvoller, gottehrender Ort. ABER es war und blieb nur ein Gebäude. Und bei uns?

„Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“ (1. Korinther 6, 19)

Wenn ich mir vor Augen halte, dass mein Körper „nur“ das Zuhause für Gott ist, nicht mehr und nicht weniger, dann fallen Umstände anders ins Gewicht. Es geht zuerst um den, der in mir wohnt: die Anbetung Gottes, nicht darum, mich („das Gebäude“) in Szene zu setzen. Gott soll durch mein Leben geehrt werden. Es dreht sich alles um ihn, nicht mehr um mich. ❕

Mir ist bewusst, dass ich das Ausmaß im tiefsten Sinn nicht überreißen kann, dennoch möchte ich behutsam formulieren: Wenn ein Mensch zu Grabe getragen wird und dessen Seele unzertrennlich zu Gott gegangen ist, dann sollte unser letzter Blick nicht auf der Gruft haften bleiben, sondern zum Himmel gehen! Warum? Weil „nur“ der Tempel zerstört ist, die Seele ewig lebt. 🌟 Wahrhaft lebendig!

Keinesfalls möchte ich den Schmerz kleinreden, den der Tod hinterlässt. Der Tod ist hässlich, unwillkommen und trennt Herzen. Er ist schrecklich und unendlich weit weg vom Paradies im Garten Eden entfernt. 👉🏻 Doch für Kinder Gottes gilt: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Gott hat dieses Wort schon gesprochen, in dem Christus für die Schuld bezahlte. Mein Herz gehört dem, dem die Zukunft gehört! ✝️

Vom US-amerikanischen Erweckungsprediger Moody stammt folgender Ausspruch: „Eines Tages werden Sie lesen oder hören, dass D. L. Moody gestorben ist. Glauben Sie kein Wort davon! In diesem Moment werde ich lebendiger sein als jemals zuvor.“ Absolut ausdrucksstark!!!

In ihm lebendig gemacht
Ostern dieses Jahres war herausfordernd für mich. Obwohl alles um uns herum von Lebenskraft nur so protzte, fühlte ich mich an vielen Tagen nur wenig lebendig. Wie Balsam berührte mich das Kalenderblatt (s. Beitragsbild – ich freue mich, dass ich es verwenden darf 😊) mit den Worten: „In ihm lebendig gemacht“ entnommen aus Epheser 2:

„Aber Gott ist reich an Erbarmen und hat uns seine ganze große Liebe geschenkt
und hat uns mit dem Christus lebendig gemacht“ (Epheser 2, 4–5a, NeÜ).

Weiter heißt es: „– ja, auch uns, die wegen ihrer Verfehlungen tot für ihn waren. – Aus reiner Gnade seid ihr gerettet! Er hat uns mit Christus Jesus auferweckt und uns mit ihm einen Platz in der Himmelswelt gegeben.“ (Epheser 2, 5b–6, NeÜ)

Es klingt vielleicht verrückt, aber Kinder Gottes haben den Tod bereits hinter sich gelassen! Wir waren tot für Gott, sind jetzt tot für die Sünde und leben bereits als neuer Mensch im alten Körper. Wenn diese Hülle zerfällt, sind wir wahrhaft lebendigLebendiger als je zuvor. Gott hat bereits alles vorbereitet: einen Platz im Himmel und einen neuen Körper. Wenn für uns die Ewigkeit beginnt, werden wir mit unendlicher Dankbarkeit empfangen. ✝️🎁

Ich weiß, dass liest sich theoretisch und bis zu einem gewissen Punkt ist es auch für uns noch Theorie, weil wir im Glauben leben, noch nicht im Schauen. 🙏

ABER, wenn wir das beherzigen, dass dieses Leben die Vorbereitung für das Wesentliche, Eigentliche ist, dann fallen manche Entscheidungen im Alltag anders aus:

  • Ich darf mir bei der Suche nach einem Grundstück vor Augen halten: Wir haben hier keine ewige Bleibe. Wir sind Besucher.
  • Mit Blick auf eine instabile Gesundheit bin ich daran erinnert, dass es hier nicht unendlich weitergeht. Für niemanden von uns. Und dass das Beste erst noch kommt.
  • Bei Investitionen wie Zeit, Energie und Geld darf ich abwägen: Wie viel ist es wert? Welchen Stellenwert hat das für Christus?

In meiner Bibellese halte ich an mehreren Tagen bei der Verklärung Jesu (Lukas 9) inne. Mose und Elia begegnen dem Herrn auf dem Berg. Mich fasziniert es davon zu lesen, dass sie „in Herrlichkeit erschienen“. Das ist doch genau das, was auch uns erwartet:

„Deshalb verlieren wir nicht den Mut. Denn wenn wir auch äußerlich aufgerieben werden, so werden wir doch innerlich jeden Tag erneuert. Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns ein unermessliches ewiges Gewicht an Herrlichkeit – uns, die nicht auf das Sichtbare starren, sondern nach dem Unsichtbaren Ausschau halten. Denn alles Sichtbare vergeht nach kurzer Zeit, das Unsichtbare aber ist ewig.“ (2. Korinther 4, 16–18, NeÜ)

Vertiefen kannst Du diese Gedanken mit den Kapiteln „Vom Leid zur Herrlichkeit“ (Nah bei Jesus, S. 92) und „Gottes Herrlichkeit erwartet“ (Lebe mit Gott im Blick, S. 187). 

Vielleicht fühlst Du Dich aktuell mehr „tot“ als lebendig. Oder Dir liegen Menschen am Herzen, auf die das zutrifft. Was ich während dieser Monate, von denen ich zuvor geschrieben habe, erleben durfte, teile ich in einem neuen Buch mit Dir, welches in 14 Tagen erscheint. 🎉 Leser des Newsletters werden zuerst über das Eintreffen der Bücher informiert. 🙂

Voller Vorfreude grüße ich Dich!

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Liane Wagner Portrait
Liane Wagner
Liane Wagner (geb. Fenske) ist Berufspädagogin und lebt mit ihrem Mann in NRW. Ihr Anliegen ist, die beste Nachricht der Welt mit anderen Frauen zu teilen: Lebe als Binty – Gottes geliebte Tochter.

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