Wachstumsschmerzen

31. Januar 2026

Diesen Beitrag habe ich nicht geplant. Naja, im Grunde „plane“ ich keinen, sondern schreibe, wenn mir etwas auf dem Herzen liegt. Doch was ich meine ist, dass bereits alle Beiträge für die nächsten zwei Monate terminiert sind. Es „braucht“ diesen daher nicht. Oder vielleicht doch? 🤔

Wachstumsschmerzen, dieser Begriff begegnete mir die Tage beiläufig. Die Ohren waren gespitzt. Interessant, was drückt dieses Wort genau aus? 👀

Von Kindern ist uns das Phänomen bekannt. Sie beklagen ein Ziehen, Stechen oder Brennen, meist nach vermehrten Aktivitäten am Tag, auftretend am Nachmittag, Abend oder Nacht. In der Regel sind Wachstumsschmerzen harmlos. Aber unangenehm und für den Moment für manche Kinder und ihre Eltern unerträglich. 😫 Wenn handlungsbedürftige Diagnosen ausgeschlossen sind, heißt es für viele abwarten, die Schmerzen auszuhalten und möglichst zu lindern, denn sie werden vergehen. 
Vorerst keine schönen Aussichten. 💭

Ist Dir das vertraut? Du stampfst durch eine Wüsten- oder Eiszeit und siehst kein Ende Deines unliebsamen Weges? Spürst Du den Schmerz? ❤️‍🩹

Vielleicht ist dieser Artikel wie eine Antwort auf das Interview, welches bei deeptalk (Teil I und Teil II) erschien. Danke von Herzen für die vielzähligen Rückmeldungen, die uns entweder direkt oder über Dritte erreichten. 😊 👉🏻 Gott soll darin verherrlicht werden. Wir schieben alles Bewundernswertes auf ihn! Denn ER ist es, der uns Kraft gibt.

Ich bin nicht Fräulein „Immerfroh“. Diesen Anschein will und wollte ich zu keinem Zeitpunkt geben. Das wäre unaufrichtig und würde Gottes Ehre in den Schatten stellen. ❌ Ich bin kein Supertalent oder eine Überfliegerin in Sachen Umgang mit Leid oder Dankbarkeit. 🙅🏼‍♀️

Mein Anliegen ist es daher, mit diesem Blogbeitrag den Schmerz für einen Moment zu würdigen. Niemand sucht sich freiwillig Leiden aus. Und es gibt so viele Menschen, die ungesehen und ungehört leiden. ❤️‍🩹 Gehörst Du dazu? Fühlst Du Dich allein mit Deinem Schmerz? Kranksein tut weh. Alleinsein tut weh. Nicht teil zu nehmen an einem Event, einem Fest, mehr Termine abzusagen als zuzusagen, tut ebenfalls weh. Das macht keinen Spaß, kann Freude verderben. 🥲 Und das müssen wir hier einmal genauso stehen lassen. Schnell kommt mein ABER und DENNOCH dazu. 💭 Zu Recht. Aber in diesem Augenblick möchte ich einfach einen Punkt setzen.
Leiden verursacht Leid. Leid verursacht Leiden. Punkt.

Nun, was machen wir damit?! 😳 Bleiben wir dabeistehen, wie jemand der „tatenlos“ anerkennen muss: „das sind halt Wachstumsschmerzen – sorry!?“ 🤷🏼‍♀️

Weißt Du (und jetzt kommt wieder mein hoffnungsvolles ABER und DENNOCH), was mich mutig stimmt? Wachstumsschmerzen tun weh – ja! Undiskutabel ist das so. 👉🏻 ABER: Wachstumsschmerzen implizieren, wie das Wort schon sagt, dass Wachstum geschieht. Und das ist wiederrum großartig!!!! 🙌🏻

Eltern, die ihr Kind lieben, wünschen ihm Wachstum. 💗 Alles andere wäre ungesund. Auch wenn schnell gesagt ist „blieben sie doch immer klein“ will das im Grunde niemand wirklich für sein Kind. Aus Dingen herauswachsen bedeutet mündig zu werden, Unfähigkeit gegen Fähigkeit zu tauschen wie das Sauberkeitstraining, Ankleiden, Speisen aufnehmen usw. 🤱🏼🍼🥄🍽️

Aufs Geistliche bezogen fordert uns die Heilige Schrift ebenfalls zum Wachsen auf. Wir sollen nicht – was den Wachstumsprozess betrifft – Kinder bleiben, sondern erwachsen werden, ablegen und anlegen.

„Jetzt habt ihr neue Kleider an, denn ihr seid neue Menschen geworden. Gott ist beständig in euch am Werk, damit ihr immer mehr seinem Ebenbild entsprecht, nach dem er euch geschaffen hat. So habt ihr Gemeinschaft mit Gott und versteht immer besser, was ihm gefällt.“ (Kolosser 3, 10, HFA)

Das Bild der Beschneidung einer Rebe 🍇 macht den Schmerz im Zuge des Heiligungsprozesses plastischer: „Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; jede aber, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.“ (Johannes 15, 2)

Wächst Du gerade?📈 Im Glauben zu wachsen ist weniger an einer Messlatte erkennbar. Das ist auch gut so. Sonst würden wir uns anhand äußerer und menschlicher Kriterien vergleichen. Gott sieht, was unseren Augen oft verborgen ist. Und er sieht Dein Herz. Auch den Wunsch, ihn inmitten Deines Schmerzes zu verherrlichen. 🙌🏻 Was geschieht, wenn wir Leid(en) in seinem Namen begegnen?

„Aber nicht nur das: Selbst in Bedrängnissen rühmen wir uns, weil wir wissen, dass wir durch Leiden Geduld lernen; und wer Geduld gelernt hat, ist bewährt, und das wiederum festigt die Hoffnung.“ (Römer 5, 3–4, NeÜ

Die liebe Geduld, oh ja. 🤦🏼‍♀️ Vielleicht kannst Du ein Lied davon singen. Dein Charakter wird geformt, wenn Du Dich vertrauensvoll in die Hände des besten Töpfers übergibst. 🫴🏼 Jedes Leid kann zu einer Bewährungsprobe werden, die wir im Namen Jesu bestehen können. Deine Hoffnung auf Christus darf gefestigt sein, weil Du immer mehr fassen lernst, dass es ALLEIN auf Gottes Gnade in diesem und im zukünftigen Leben ankommt. ✝️ Möglicherweise haben „schwache“ Menschen den „starken“ etwas voraus: Beide brauchen Jesu Gnade und doch spürt einer von beiden – möglicherweise – diese Abhängigkeit phasenweise intensiver als der andere … 💭

Heute möchte ich Dich und mich ermutigen, Schmerzen als Zeichen der göttlichen Formung anzunehmen. In der Kraft Gottes.

Gott sieht auch die Momente, in denen Du nicht mehr kannst und nicht mehr magst. Hiob könnte Dir aus dem Herzen sprechen: „Meine Seele ekelt’s vor meinem Leben; ich will mich meiner Klage überlassen, will reden in der Betrübnis meiner Seele.“ (Hiob 10, 1)

Seit längerem denke ich über das Klagen nach. Auf den ersten Blick erscheint es mir ungeistlich und wenig fromm. Auf den Zweiten stelle ich fest, dass Gottes Wort viel Raum für Klagen hat. Sogar ein ganzes Buch wurde danach benannt. „Und ich sprach: Meine Lebenskraft ist dahin, und auch meine Hoffnung auf den HERRN!“ (Klagelieder 3, 18)

Auch die Psalmen sind voll von Klagen. David sagt: „Ich habe allen Mut verloren. Und du, HERR, wie lange willst du dir das noch ansehen?“ (Psalm 6,4, NGÜ)

Doch immer wieder sind die Worte demütig, offenen Herzens, an Gott gerichtet: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meine Rettung und mein Gott ist!“ (Psalm 43, 5)

Die Aussprüche: „ich werde ihm noch danken“ machen mir Mut. Heute will ich danken, weil ich einmal (spätestens in der Rückschau) noch danken werde. 🙌🏻 Vielleicht, gerade, inmitten von Wachstumsschmerzen. Machst Du mit?

Du möchtest das Thema vertiefen? Das Buch „Lebe mit Gott im Blick“ lädt Dich allein oder in einer Kleingruppe dazu ein. 📖👥

Dichten habe ich als mein neues „Hobby“ entdeckt. 😁 Es fasziniert mich, wie Wortspiele gelingen, Reime erklingen. Daher folgen auch jetzt ein paar lyrische Takte. 

Wachstumsschmerzen
willst Du sie ausmerzen?
Kummer lässt sich nicht schwärzen.
Schmerz ist nicht zum Scherzen.
 
Wachstumsschmerzen
gehen sie Dir zu Herzen
was Dein Gegenüber erleidet
Du in Fürsorge kleidest?
 
Wachstumsschmerzen
manchmal hilft es zu herzen,
dem anderen zu zeigen,
dein Leid mache ich mir zu eigen.
 
Wachstumsschmerzen
flackert das Wort „Wachstum“ wie Kerzen,
inmitten von Leid, Dunkelheit und Not
ja, auch hinsichtlich von Angst und Tod?
 
Wachstumsschmerzen
das Wort Schmerz wird vom Wachstum dominiert,
nicht oberflächlich dekoriert, 
ich bin von Gottes Güte für mein Leben motiviert.
 
Wachstumsschmerzen
wird die Zuversicht, dass Wachstum geschieht,
zu Wunderkerzen in unseren Herzen?
Hoffnung kann entfachen, weil Jesu Wunder in Dir siegt.
 
Wachstumsschmerzen
braucht das Gedicht sieben Strophen, um auf den vollkommenen Gott hinzuweisen?
In jedem Fall will ich ihn durch Leid und Freud 
mit meinem Leben preisen.

🙂

Ich befinde mich auf dem Fußboden, halbsitzend, halbliegend und tippe diesen Text auf den Tasten, den letzten Schock verarbeitend. 🤯 Die Beschäftigung mit Gottes Wahrheiten macht mir Mut und ich bete darum, dass diese Worte auch in Dein (un-)normales Leben sprechen. 🗣️ Wachsen wollen wir schließlich alle und es tut nicht immer alles gleich weh. Doch der Blick auf Gott schenkt Mut zum Leben. Da wiederhole ich mich gern. 🤝

Gott segne Dich überreich oder umgangssprachlich ausgedrückt: fett. 😇

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Liane Wagner Portrait
Liane Wagner
Liane Wagner (geb. Fenske) ist Berufspädagogin und lebt mit ihrem Mann in NRW. Ihr Anliegen ist, die beste Nachricht der Welt mit anderen Frauen zu teilen: Lebe als Binty – Gottes geliebte Tochter.

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