Vom Wusel zum Wachstum

14. September 2025

Willkommen zurück aus der Sommerpause. 👋🏻😊

So richtig ruhig wurde es im „off“ nicht. Ich habe versucht einen Gang runterzuschalten, aber das ist mir nur bedingt gelungen. 😅 Parallel galt es den Buchdruck freizugeben und den Abschluss des Studiums nicht aus den Augen zu verlieren. Die Grenzen meiner Gesundheit spüre ich im Alltag recht deutlich und so geht manches nicht so leicht „von der Hand“, wie es mir lieb wäre … Ja, es war zum Teil sogar recht wuselig um mich herum oder auch in mir drin. Das veranlasste mich, mehr über „Wusel-Zeiten“ nachzudenken. 💭

Wusel-Zeiten – wer kennt sie nicht? Ich stelle mir vor, dass Zeiten „wuselig“ sind, …

  • wenn sich plötzlich Nachwuchs ankündigt
  • wenn Kinder zu Geschwistern werden
  • wenn das Sauberkeitstraining länger dauert als gedacht
  • wenn Nächte zum Tag werden
  • wenn die Kita-Eingewöhnung beginnt
  • wenn die Einschulung bevorsteht
  • wenn das Kind die Grundschule verlässt
  • wenn das Kind flügge wird
  • wenn Eltern Großeltern werden
  • wenn unerwartet Krankheit den Alltag bestimmt
  • wenn Prüfungen in Ausbildung oder Studium anstehen
  • wenn der Alltag sich schwer planen lässt
  • wenn Renovierungsarbeiten drängen
  • wenn verpflichtende Aufgaben das Tagewerk bestimmen
  • wenn ein Umzug bevorsteht
  • wenn Angehörige gepflegt werden müssen
  • wenn sich die eigene Gesundheit verschlechtert
  • wenn dringend eine Veränderung eintreten muss
  • wenn der Job unsicher ist
  • wenn eigene Pläne nicht aufgehen
  • wenn Gott zu schweigen scheint
  • wenn Antworten anders ausfallen, als erhofft
  • wenn Hoffnungen enttäuscht werden
  • wenn uns Menschen im Stich lassen
  • wenn wir nicht wissen, wie wir die Rechnungen begleichen sollen
  • wenn ein Wandel Unsicherheit hervorruft
  • wenn Gewohntes hinterfragt wird
  • wenn das Gewöhnliche nicht mehr normal ist

Wusel-Zeiten kosten Kraft, verlangen nach Aufmerksamkeit und können meist nicht „nebenbei“ gestemmt werden. 🏃‍♀️🤸🏻‍♀️🏃🏼‍♀️‍➡️Wusel-Zeiten setzen den Alltag mit seinen Routinen außer Kraft und fordern alle Beteiligten heraus. Wusel-Zeiten zeigen, wie stressresistent wir sind, wie wir „unter Strom“ reagieren und welche Anker unser Leben hat. 🪫 Wusel-Zeiten stellen auf die Probe, worauf wir setzen und was uns wichtig ist. 👆🏻In Wusel-Zeiten wird sichtbar, was in uns steckt – das, was wir in ruhigeren Fahrwassern „normalerweise“ elegant verstecken können … 🪞

Welche Wusel-Zeiten hast Du bereits hinter Dir? 
In welcher Wusel-Zeit steckst Du möglicherweise gerade?

Ich denke über Wusel-Zeiten nach und frage mich: 
Was wäre, wenn ich in Wusel-Zeiten das Potenzial für Wachstum sehe?
Wenn ich mich über die Herausforderungen freuen würde, weil ich darin die Chance zur positiven Veränderung erkenne? 

Vom Wusel zum Wachstum – ist das überhaupt möglich? 🤔
Spontan bevorzugen die meisten von uns vermutlich nur Wachstum ohne Wusel. Außer, Du bist eine „Chaos-Queen“ und es kann für Dich nicht zu wild und chaotisch werden. 🤸🏻‍♀️ Schätzungsweise lieben viele Menschen Kontinuität, Planbarkeit und eine gewisse Routine – inmitten gelebter Flexibilität. 😉

Kannst Du inmitten des Wusels Ansätze zur Weiterentwicklung sehen?
Wenn ich mir vor Augen halte, dass Ungewohntes, Ungewolltes und auch Unliebsames von Gott dazu gebraucht wird, etwas Gutes entstehen zu lassen, bekomme ich einen längeren Atem, um Zeiten zu überstehen, die mir sehr viel abverlangen. Ja, ich fange an aktiv danach zu suchen, welche verborgene Segnungen darin enthalten sein könnten … 🔎
Es ist das glaubensvolle und kindlich vertrauensvolle Festhalten an der Zusage Gottes, wie in Römer 8, 28–29 beschrieben. 🙌🏻

Für diesen Blogbeitrag brauchte ich ungewöhnlich viele Anläufe. Es war eben sehr wuselig. Doch ich setze meine Betrachtung dazu fort. 👇🏻

In meiner Stillen Zeit lese ich an mehreren Tagen von Sturmstillungen.
In Matthäus 14, 22–34 erleidet das Schiff Not, die Jünger befinden sich in Gefahr. Jesus kommt ihnen auf dem Wasser entgegen und als er in das Schiff steigt, legt sich der Wind. Die Schiffsbesatzung erkennt: Wir haben es mit Gott persönlich zu tun. Anbetend fallen sie vor ihm nieder. 🧎‍♀️ Ich halte für mich fest:

Stürmische Wusel-Zeiten können dazu beitragen, dass Gottes Allmacht in meinem Alltag deutlicher zutage kommt (weil mir bewusst wird, wie sehr ich ihn brauche) und ich in die Anbetung Gottes geführt werde.

In der Apostelgeschichte geht es auch um einen Sturm. Hier wird dem Steuermann und dem Schiffsherrn mehr Glauben geschenkt als Paulus und eine gefährliche Schiffsreise wird fortgesetzt. Sie geraten in einen Sturm und sind am Ende ihrer Nerven, Kräfte und ihren Annahmen nach auch am Ende ihres Lebens angelangt. 🔚

Vielleicht fühlst Du Dich auch manchmal so: Es geht keinen Zentimeter weiter. Nein, niemals. Und dann?

Paulus fordert die Besatzung auf, mutig zu sein und: „Darum ermahne ich euch, Speise zu euch zu nehmen, denn das dient zu eurer Rettung; denn keinem von euch wird ein Haar vom Haupt fallen!“ (Apostelgeschichte 27, 34) Inmitten des anhaltenden Sturms zu speisen klingt abwegig, aber ist überlebensnotwendig.

Nimmst Du Dir in Deinen Wusel-Zeiten Zeit zum Essen? 🥣⚠️

Es beeindruckt mich, wie Paulus vorgeht:
„Und nachdem er das gesagt hatte, nahm er Brot, dankte Gott vor allen, brach es und fing an zu essen. Da wurden alle guten Mutes und nahmen ebenfalls Speise zu sich.“ (Apostelgeschichte 27, 35–36)

Brot nehmen, danken, brechen … woran lässt Dich das denken? Mir steht das Abendmahl vor Augen. 🍞🍷✨

Ich halte einen weiteren Aspekt für mich fest:
Inmitten von Wusel-Zeiten innezuhalten, Speise zu genießen und das Abendmahl zu feiern, hilft mir, nicht zu kentern, sondern bei Gott, meinem Anker Zuflucht zu finden. ⚓️

Manchmal halten Wusel-Zeiten an.
Durch eine kurzfristige wuselige Zeit kannst Du Dich durchwuseln.
Aber was, wenn dieser Zustand dem neuen „Normal“ entspricht? 💭🤯

In 2. Chronik 14 lese ich vom König Asa. Er bekam das Zeugnis zu tun, was gut und recht war vor dem Herrn, seinem Gott und dass sein Herz lebenslang ungeteilt war (vergleiche Verse 1 und Kap. 15, 17).

Ein Krieg bahnt sich an. Es braucht keine mathematischen Künste, um festzustellen, dass der Feind ihnen haushoch überlegen war. Asas Gebet zu dem Herrn, seinem Gott, zeugt von Glauben: „HERR, bei dir ist kein Unterschied, zu helfen, wo viel oder wo keine Kraft ist. Hilf uns, HERR, unser Gott, denn wir verlassen uns auf dich, und in deinem Namen sind wir gegen diesen Haufen gezogen! Du, HERR, bist unser Gott! Vor dir behält der Sterbliche keine Kraft!“ (Vers 10b)

Gott braucht nicht unsere Kraft, um sich mächtig zu erweisen. Der Ausdruck „viel oder keine Kraft“ umfasst die Spannweite unseres Vermögens. Inmitten des Wusels fühlst Du es vielleicht auch: da ist kein Nerv, um Kriege zu kämpfen, Schlachten zu gewinnen. 🚫

Der Unterschied ist: auf wen verlassen wir uns? Ist der HERR unser Gott?
Ist seine Stärke unsere? 💭

Inmitten des Trubels darfst Du Gottes Kraft persönlich in Anspruch nehmen. Ich übe das ebenfalls. Daraus entsteht Wachstum, wenn wir Gott ins Zentrum des Lebens rücken. 
Ihn HERR sein lassen, auch oder gerade inmitten des Chaos.
🙌🏻

Traurig stimmt mich, zwei Kapitel weiter (16) davon zu lesen, dass Asa mit eigenen Mitteln kalkulierte, statt auf Gottes Allmacht zu setzen, als er erneut in Bedrängnis durch Feinde kam. Ein Prophet (Seher) überbringt schlechte Nachrichten: „Waren nicht die Kuschiter und Lubier ein gewaltiges Heer mit sehr vielen Streitwagen und Reitern? Dennoch gab sie der HERR in deine Hand, als du dich auf ihn verlassen hattest. Denn die Augen des HERRN durchstreifen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. Du hast hierin töricht gehandelt; darum wirst du von nun an Krieg haben!“ (Verse 8–9) Asa ist wütend über diesen Ausspruch.

Dann wurde Asa krank. Krankheiten können das Leben ins Schleudern bringen und Wusel zum Alltag werden lassen. Was tat Asa? Zog er eine Lehre aus dem Versagen?
„und seine Krankheit war sehr schwer; doch suchte er auch in seiner Krankheit nicht den HERRN, sondern die Ärzte.“ (Vers 12b)

Worauf setzt Du in Deiner Not? Rechnest Du mit Gott?
Asa ist mir ein warnendes Beispiel. Es braucht nicht eine einzige gute Entscheidung, auch anhaltender Wusel verlangt nach stetiger Kontaktaufnahme zu Gott.

Wusel-Zeiten: wie hältst Du sie durch?
Erkennst Du Andeutungen für geistliches und persönliches Wachstum in Deinem Leben?

Manchmal dreht sich das Lebenskarussell so schnell, dass uns beinahe schwindelig wird. Manchmal halten wir es für ausgeschlossen, dass Gott Chaotisches in Segensbringendes verwandeln kann. Manchmal fühlt sich der Gedanke daran, dass unsere gegenwärtige Lage etwas Gutes implizieren kann, einfach irre an.

Und dann ist da Gott. Inmitten des Wusels.
Folgende Worte halte ich meinem Herzen immer wieder vor: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meine Rettung und mein Gott ist!“ (Psalm 42, 12)

Die Aussicht, „dass wir ihm noch danken werden“ erfüllt mich mit Vorfreude. ☺️🙌🏻
Schon heute will ich danken, weil ich ihm noch danken werde!
Auch wenn es derzeit in Deinem oder meinem Leben nicht so aussieht: Spätestens bei Jesus wird alles gut werden. Ewig gut sein. 💫

📍Impuls: 
Glaubensvoll rufe ich Dir zu: Harre aus, nur Mut. Gottes Gnade lässt in Wusel-Zeiten Wachstum entstehen. Zu seiner Ehre.

📖 weiterführende Bibelstelle:
Psalm 46 ist ein Psalm inmitten des Wusels.

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Liane Wagner Portrait
Liane Wagner
Liane Wagner (geb. Fenske) ist Berufspädagogin und lebt mit ihrem Mann in NRW. Ihr Anliegen ist, die beste Nachricht der Welt mit anderen Frauen zu teilen: Lebe als Binty – Gottes geliebte Tochter.

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