Überraschende Schneemannlektion
25. Januar 2026

„Dein Vater hat dir etwas mitgebracht“ sagte mein Mann vergnügt, als er von oben kommend unsere Kellerwohnung betrat. Auf Nachfrage hin erfuhr ich, dass es mir außerordentlich gut gefallen würde und etwas sei, „wovon ich nicht genug kriegen könnte“. Das Rätseln begann. 😊 Ich schlug vor, dass wir zunächst wie geplant zu Abend essen und anschließend oben nachschauen, was es sei. Ich wurde mit geschlossenen Augen aus der Wohnung geführt. Draußen erblickte ich die wunderschöne Winterwelt: Es hatte geschneit. ❄️ So viel geschneit. ❕Ich war wortwörtlich aus dem Häuschen und lachte darüber, dass ich beim Raten nur an meinen irdischen Vater gedacht hatte und meinem Mann die Überraschung wirklich gut gelungen sei. 😊
Schneebälle flogen an Mutters Küchenfenster, ein Mini-Schneemann wurde erbaut und wir scherzten und herzten uns neckend in der weißen Abendidylle. ☃️ Ein Rolli-Ausflug und das Bestaunen von Weihnachtsbeleuchtung, die in Schnee gehüllt gleich noch herrlicher ausschaute, folgten. 💫 Unterwegs sahen wir einen größeren Schneemann und beschlossen, rechts und links davon sitzend ein Foto zu schießen. ☃️ Schon kamen zwei kleine Jungs vorbei. Ich verstand zunächst nicht ihre Intention, doch sie waren gekommen, um ihren „Mann“ zu bewachen. Sie ernteten Anerkennung für ihre Leistung, bedankten sich freundlich und wünschten uns ein frohes neues Jahr. Gut erzogen, dachte ich. 😅
Irgendwie hat mich diese Szene berührt. Sie gaben acht auf das, was sie in vielleicht mehrstündiger Arbeit „auf die Beine“ gestellt hatten. Uns allen ist klar, dass der Schneemann nicht ewig Teil der Gesellschaft sein kann, dennoch, für heute Abend war er „unter uns“ und sollte auch nicht vorschnell weichen. 😊 Sie kamen, um sicherzustellen, dass ihn niemand zerstörte. Ihr „Kontrollgang“ war seine Sicherheitsgarantie. Sie hinderten uns nicht daran, ihn zu bewundern oder uns mit ihm abzulichten, aber sie waren da und signalisierten „der gehört zu uns“. Niedlich, die beiden. 😊 Unschwer erkannten wir die Bahnen, die sie mit einer Schneeschaufel entlang ihrer Einfahrt freigeschippt hatten, um ausreichend weiße Masse für ihr Projekt zur Verfügung zu haben. ❄️❄️❄️
Was lerne ich von den kleinen, mir unbekannten Jungen in der weiteren Nachbarschaft? 💭
Gib acht, dass Du bewachst, was Dir anvertraut ist, durchfährt es mich. ⚡️
Sie bewachten nicht unsere Miniaturausgabe im Hof meiner Eltern, wozu auch, für diesen kleinen Mann waren ja auch wir „verantwortlich“. Ihren Schneemann dagegen, den hatten sie gut im Blick, obwohl der Abend fortgeschritten war und Nacht die Gegend einhüllte.☃️
Als ich vor dem Einschlafen über diese Eindrücke nachdenke, fällt mir spontan der Vers aus Sprüche 27, 23 ein: „Habe acht auf das Aussehen deiner Schafe, und nimm dich der Herden an!“ Hier erfolgt die Bezugsbestimmung: „deine“ Schafe. Es geht um die eigene Herde, nicht irgendeine. Ich hüte keine Herde und kann auf den ersten Blick den Bezug zu mir schwer herstellen. Mit Blick auf die Schneemannlektion scheint mir die Aussage nun doch greifbarer: Gib acht, dass Du bewachst, was Dir anvertraut ist. ☃️
Erst vor wenigen Tagen blieb ich in der Bibellese länger bei den Worten an Archippus stehen: „Habe acht auf den Dienst, den du im Herrn empfangen hast, damit du ihn erfüllst!“ (Kolosser 4, 17)
Dieser Vers ruft in mir drei Fragen hervor:
- welchen Dienst, welche Dienste habe ich von dem Herrn empfangen?
- was bedeutet es konkret, acht zu haben?
- wie kann ich ihn (den Dienst) erfüllen?
Welche Antworten hast Du darauf? Kennst Du Deinen Dienst? Vielleicht ist Deine spontane Reaktion, was Du alles nicht kannst, nicht schaffst oder auch nicht hast. Aber in diesem Vers geht es nicht darum, was nicht ist, sondern darum, was definitiv vorhanden ist. Der Dienst WURDE im Herrn empfangen, also ist er da. Von welchen Aufgaben und Gaben weißt Du, dass sie Deine sind? 💭
Ohne Druck auszuüben will ich mich dieser Aufforderung stellen: Gib acht, dass Du bewachst, was Dir anvertraut ist. Ich ergänze: und führe aus, wozu Du beauftragt bist. 🙌🏻
Wie trägst Du dafür Sorge, Deine Aufgabe ungehindert zu tun? Was behindert in der verantwortungsvollen Ausführung? Ich frage mich das auch. 💭
Wenn ich Kapitel 4 des Philipperbriefes betrachte, bewegen mich diese Verse: „Ich habe mich aber sehr gefreut im Herrn, dass ihr euch wieder so weit erholt habt, um für mich sorgen zu können; ihr habt auch sonst daran gedacht, aber ihr wart nicht in der Lage dazu.“ (Vers 10)
Die Worte sind so lebensnah, denn gewiss kennt jeder solche und solche Zeiten: Kraftvolle und von Schwachheit geprägte Momente des Lebens. 🌦️
Daniel und ich nehmen in unregelmäßigen Abständen eine Evaluation unserer Ziele vor. 📈 Säuberlich dokumentiert überprüfen wir, welche Prioritäten wir verfolgen, was uns aus Gnade gut gelingt, wo wir versagen und wo ein Umdenken erforderlich ist. Unser „normal“ ist volatil. Deines vielleicht auch. Daher kann Schema F unmöglich immer greifen. ❕
Großartig, wenn sich die Erholung einstellt, von der Paulus schreibt und ein „sich um andere Sorgen“ wieder möglich ist. 😊Genauso wichtig ist es aber anzuerkennen, wenn dieser Stand nicht erreicht ist und wir in Gottes Namen akzeptieren müssen, dass Aufgaben, Verantwortungen aktuell nicht gehen. Es kann entlastend sein, sich das einzugestehen. 🙌🏻
Im Ja zum Willen Gottes liegt Frieden. ✝️ Sich dagegen zu sträuben, raubt Energie und macht unglücklich. Ich meine nicht, dass wir unser Schicksal einfach nur „schlucken“ müssen. In Gottes Namen dürfen wir das Beste aus der Situation machen. Und alles, was an Potential darin liegt, auskosten. 🔍 ABER ich verpasse die Chance, die in der Besonderheit des Augenblicks liegt, wenn ich einfach immer weiter wie gehabt funktioniere, die Grenzen ignoriere, die mir und uns aktuell gesteckt sind. 🧱🏃🏻♀️💨
Auf welchen „Schneemann“ passt Du gerade auf? ☃️
Es gibt Aufgaben, die so saisonabhängig sind wie der Schnee im Vorgarten. ❄️ Wenn Du ein Musical planst, ist es irgendwann vorgetragen und „erledigt“, auch wenn es gewiss im Vorspann sehr viel Aufwand bedeutet hat. ✅ Dann gibt es jahreszeitenunabhängige Dienste, die stetig Deinen Einsatz erfordern. Manchmal addieren sich Aufgaben dieser Art und es wird immer wieder etwas „obendrauf“ gepackt. 📚➕📋 Aus meiner Jugendzeit kenne ich das gut von anderen und von mir. Da ist ein Innehalten angezeigt. Wenn ich dieser neuen Anfrage zustimme, was muss dann weichen? Zeit und Kraft sind limitierende Faktoren. ⚡️
Wer „nur“ für Jesus aktiv ist und nicht mehr Zeit „mit ihm“ hat, macht etwas falsch. 🚨 Das ist auf Dauer ungesund und befeuert ein Ausbrennen. Jesus suchte die Zeit der Stille, ehe er sich der Welt annahm. Er zog sich zurück. Zeiten zum Bibellesen und Beten müssen unabdingbar höher gewichtet werden als unsere Zeit auf der Lebensbühne draußen. ‼️
Lässt Dein Terminkalender das zu?
Hast Du Mut, Dich Deiner „Herde“ anzunehmen und das Nebengatter anderen zu überlassen? Kennst Du Deinen Dienst? 💭
Treue im Kleinen, manchmal auch Mut für Großes sind gefragt. Zu Jahresbeginn lohnt es sich darüber nachzudenken, welche Ziele Du in diesem Jahr erreichen willst, was Du dafür tun wirst und was Du dafür ebenso lässt! 🏁
„Bemühe dich, die Aufgabe zu erfüllen, die der Herr dir aufgetragen hat!“ (Kolosser 4, 17, NeÜ)
Gott helfe uns darin.
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