Adventsgedanken

1. Dezember 2025

Wir haben uns fünf Wochen lang mit der Aufrichtigkeit beschäftigt. Ich dachte, wir sind damit „fertig“. Doch das Thema bewegt mich. Immer noch. Und nun ist der Advent da. Ich teile meine Adventsgedanken mit Dir. 🌟

Als ich in der Bibellese Markus 14 lese, komme ich nur zwei Verse weit:
„Es war aber zwei Tage vor dem Passah und dem Fest der ungesäuerten Brote. Und die obersten Priester und die Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten; sie sprachen aber: Nicht während des Festes, damit kein Aufruhr unter dem Volk entsteht!“ (Markus 14, 1–2)

Zwei Tage vor dem Passah waren die Superfrommen, die obersten Priester und Schriftgelehrten, nicht mit den Vorbereitungen auf das Fest, sondern mit dem tückischen Mordplan Jesu beschäftigt. Akribisch suchten sie nach einer Gelegenheit, ihn aus dem Weg zu räumen. Eigentlich hätten sie damit beschäftigt sein müssen, den Sauerteig aus ihren Häusern zu entfernen, doch sie merkten nicht, dass sie selbst der Sauerteig waren (vergleiche Matthäus 16, 6). 

Sie beschlossen, Jesus nicht während des Festes zu töten, um einen Volkstumult zu vermeiden.
Bitte, was? Genau genommen hatten sie nun vor, eine festliche Miene aufzusetzen, „andächtig“ Passah zu feiern und anschließend das Blutvergießen anzuordnen. Alles hübsch der Reihe nach.

Grotesk. Widerwärtig. Abstoßend.

Ich sitze da und denke darüber nach. Was genau hatten sie vor zu feiern?
Den Auszug aus Ägypten, die Befreiung aus der Sklaverei. Einer der höchsten Feiertage überhaupt. Also fröhlich feiern und die Leichen liegen im Bilde gesprochen im Keller?

Es ist ein leichtes, nun den Finger zu heben: „Ihr bösen Priester!“ Und wir?

Das Herz, das zum Schein lange Gebete spricht, von den Leuten gern beachtet wird, welches mehr Schein als Sein vorgibt – es schlägt auch in meiner Brust. Ein ehrlicher Blick in den Spiegel genügt, um den Schauspieler zu erkennen. 🤦‍♀️ Dafür muss ich nicht lange suchen. Aufrichtigkeit ist nicht das, was wir als positive Eigenschaft in die Wiege gelegt bekommen haben. Die Sünde und das damit verbundene Versteckspiel initial im Garten Eden, ist Teil der Menschheitsgeschichte, scheint in unserer DNA zu liegen. 🫣

Der Advent hat begonnen. Weihnachten steht vor der Tür.  Laut verkündigen wir: „Fest der Liebe“, „Frieden den Menschen“, „Freude, große Freude“ … 🗣️ wir besingen es, preisen es, predigen es. Leben wir es auch? Liegen bei uns „die Leichen im Keller?“ Wann werden wir Frieden schließen? Wer macht den ersten Schritt auf Familienangehörige, Gemeindemitglieder, Nachbarn oder Arbeitskollegen … zu? 💭

Wann werden wir unsere Steuerhinterziehung, die Schwarzarbeit, „Halbwahrheiten“ bekennen? Wann wollen wir Nöte in Ehen und andere komplizierte Schieflagen im Miteinander angehen? Wohl kaum auf unserem Sterbebett. ⚠️

Wird es auch in unseren Herzen oder nur in unseren Vorgärten licht? 🌟
Gute Miene zum bösen Spiel, bei den Pharisäern leicht zu entlarven. Und bei uns? 

Ich weiß, es ist nicht das, was uns schmeichelt. Ich verstehe, wenn es das Letzte ist, was Du Dir als Thema für einen Adventsartikel wünscht. Aber es ist so wichtig, dass wir Fünfe eben nicht mehr gerade sein lassen. Dass wir ehrlich werden, weil Gott uns verändert. Weil die Liebe Christi in unseren Herzen Raum gewinnt und Weihnachten für uns mehr als Christbaumschmuck bedeutet. 🌟

Ich möchte Weihnachten nicht feiern, weil ich als Christin halt Weihnachten feiere. Weil es in meinem Kalender steht. Weil ich es zum 32. Mal feiere. Nein, es ist mein sehnlicher Wunsch, das Weihnachten ein Ausdruck dessen ist, dass Jesu Geburt mein Leben verändert und verändert hat. Dass ich seine bevorstehende Wiederkunft erwarte. CHRISTmas is coming! Dieses Motto bewegt mich in diesem Jahr besonders. ✨

Jesus kam in unsere Finsternis. Er ist ihnen begegnet: Schurken, Verstoßenen, Prostituierten, Menschen am Rand der Gesellschaft. Hilflosen, Kranken, Verachteten. Aber auch der Elite, den Scheinheiligen. Jesus wusste: sie alle brauchen ihn. Jeder sitzt ohne Gott im Dunkeln des Lebens. Egal auf welcher Stange der „Lebensleiter“.

„Das Volk, das in der Finsternis wandelt, hat ein großes Licht gesehen; über den Bewohnern des Landes der Todesschatten ist ein Licht aufgeleuchtet.“ (Jesaja 9, 1)

Jesus war nicht nur damals das Licht der Welt. Er lässt es auch in unseren Herzen licht werden: „Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“ (2. Korinther 4, 6)

Noch ist es Zeit, dass es licht wird. 🕯️Nicht nur in unserer Wohnung, sondern in unserem Leben.

Mich ermutigen die Worte Davids: „Ja, du zündest meine Leuchte an; der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht“ (Psalm 18, 29).

Ich wünsche Dir und mir einen lichtdurchfluteten Advent. 🌟

Der Herr ist nahe!

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Liane Wagner Portrait
Liane Wagner
Liane Wagner (geb. Fenske) ist Berufspädagogin und lebt mit ihrem Mann in NRW. Ihr Anliegen ist, die beste Nachricht der Welt mit anderen Frauen zu teilen: Lebe als Binty – Gottes geliebte Tochter.

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